Reiner Ferling

Zehn Jahre Kartcenter Kerpen: Reiner Ferling und Michael Schumacher (Copyright: Reiner Ferling)

Mutmacher in Bewegung

Reiner Ferling über den Michael-Schumacher Fan-Club Kerpen

Je unsicherer gesellschaftliche Umbrüche und Krisen erlebt werden, desto stärker wird der Rückhalt in einer gleichgesinnten Gemeinschaft gesucht. Fan-Clubs nehmen dabei eine wichtige Rolle ein. Sie stärken das Zugehörigkeits- und Identitätsgefühl ihrer Mitglieder und sind ein Teil dessen, was die Gesellschaft im Innersten zusammenhält. Dazu gehört auch der Michael-Schumacher Fan-Club Kerpen e. V. Im folgenden Interview spricht Reinhard Ferling, der 1. Vorsitzende, über die Rolle des Fan Clubs im Digitalisierungszeitalter, über Michael Schumacher und die Solidarität mit seiner Familie, die auch eine Art Bekenntnis ist.

 

Herr Ferling, seit wann existiert der Michael-Schumacher Fan-Club Kerpen e. V. und was ist seine Aufgabe?

Der Fan Club existiert seit den Anfängen von Michael Schumacher im Motorsport. Ich bin hier seit vier Jahren Vorsitzender. Meine Aufgabe ist es unter anderem, den Club in der Öffentlichkeit zu vertreten, ihn zu führen und die Interessen des Clubs auch im Rahmen von Michaels Gesundheitszustand zu vertreten sowie die Familie Schumacher mit unserem Club zu unterstützen.


Woher kommen Ihre Mitglieder?

Der Fan Club hat Mitglieder aus Nordamerika, Spanien Österreich, Belgien, Deutschland und Sizilien. Hier handelt es sich um die zahlenden Mitglieder,  wovon es leider zu wenig gibt.

 

Welche Social Media-Kanäle nutzen Sie, um die Arbeit des Fan Clubs sichtbarer zu machen und auch neue Fans zu binden?

Neben unserer Website, für deren Erstellung und Verwaltung GD-System.de http://gd-system.de (Inh. G. Rößeler/DE, M. Gutzwiller/CH) zuständig ist, betreiben wir zwei Facebook-Seiten: „Michael und Mick Schumacher Fan Club Kerpen“ und „Michael und Mick Schumacher Fan Club Kerpen – Videos, Fotos und Verkäufe“. Dies ist eine Plattform, die Fans für das Tauschen, den  Verkauf oder das Verschenken von Fanartikeln nutzen können. Bei Facebook haben wir 3500 Mitglieder, der Altersdurchschnitt ist schwer zu ermitteln,  es reicht vom Kindes- bis ins hohe Alter.

 

Kürzlich erschien in der Huffington Post der Beitrag Born to fight: Warum der Song für Michael Schumacher weltweit berührt. Geschrieben wurde der Song von Sascha Herchenbach. Stehen Sie miteinander in Kontakt?

Ja, der Fan-Club unterstützt Sascha im Rahmen seiner Möglichkeiten. Der bewegende Song soll allen Menschen, die schwer krank sind, Mut machen. Leider ist es heute nicht einfach, solch einen Song zu produzieren und zu veröffentlichen. Die zu erwartenden Tantiemen würden ja dann gespendet. Der Song berührt die Fans sehr.

 

Wie reagieren Sie auf die vielen Anfragen zu Michael Schumachers Gesundheitszustand?

Wir versuchen, den Fans zu erklären, warum die Familie Schumacher so handelt. Auf einigen Internetseiten gibt es leider viele Menschen, die das nicht verstehen können oder nicht verstehen wollen. Ich selbst war im letzten Jahr schwer krank und habe nicht anders gehandelt. Es gibt kein Recht auf Menschsein! Michael hat stets seine Familie geschützt und jetzt schützt die Familie ihn. Unsere Solidarität mit der Familie, unserer Mitgefühl  und unsere Treue für Michael haben wir mit vielen Aktionen im In- und Ausland zum Ausdruck gebracht.

 

Hatten Sie persönlichen Kontakt zu Michael Schumacher?

Ich habe Michael während seiner aktiven Formel 1-Zeit gesehen, nachdem er aufgehört hatte, öfter auf der alten Kartbahn in Kerpen-Manheim. Meistens war die Familie dabei – alles ganz ungezwungen. Er saß dann mit ihr neben uns am Tisch. Meiner Frau hat er auch schon mal ein Bier gezapft, weil er einfach Spaß daran hatte. Zwei Monate vor seinem Unfall habe ich ihn dort noch gesehen. Michael ist ein Familienmensch durch und durch, das konnte man sehen und spüren. Wenn Fans vor Ort waren, hat er auch Autogramme geschrieben und schon mal ein Wort mit ihnen gewechselt. Eine Geburtstagskarte von Michael zu meinem 60. Geburtstag war für mich ein Highlight!

 

Warum fühlen sich viele Menschen Michael Schumacher innerlich so nah?

Michael ist auch deshalb so beliebt, weil er stets den starken Willen hatte, das Beste aus sich herauszuholen. Gleichzeitig war er fürsorgender Familienvater und liebevoller Ehemann. Das hat auch mir immer sehr imponiert.

 

Was wünschen Sie sich von den Medien?

Vor allem eine sachliche Berichterstattung. Das Schlimmste sind reißerische und spekulative Artikel in der Boulevardpresse, die Fans total verunsichern, was dann zu unnötigen Diskussionen führt. Sie sollen keine Lügen verbreiten und die Familie in Ruhe lassen!

 

Welche Erfahrungen haben Sie selbst gemacht?

Man hat Interviews von mir zerpflückt und Sinn entstellend in einem völlig anderen Kontext als aktuelles Interview von mir veröffentlicht.  Fotos, die ich von Corinna gemacht und auf unserer Fan-Clubseite veröffentlicht hatte, wurden ohne Anfrage kopiert und in Boulevardzeitungen veröffentlicht. Heute bin ich so weit, dass die „Klatschpresse“ keine Interviews mehr von mir bekommt. Es gibt genug seriöse Pressevertreter,  denen ich gerne zur Verfügung stehe.

 

Das Interview führte Dr. Alexandra Hildebrandt

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